Kriminalität und Angst

Deutschland und die Schweiz, dieselben Fragen: Was wird registriert, was wird aufgeklärt — und wie sicher fühlen sich die Menschen? Die Auswertungen beruhen auf amtlichen Polizeistatistiken, auf den Befragungen des European Social Survey und auf den Opferbefragungen beider Länder. Jede Zahl ist mit Quelle, Fallzahl und Grenze versehen; Zusammenhänge sind als Zusammenhänge gekennzeichnet, nicht als Ursachen.

Was die beiden Seiten zeigen

In beiden Ländern folgt das Sicherheitsgefühl der registrierten Kriminalität nicht. In Deutschland hat sich die Zahl der registrierten Straftaten seit 1993 um 18 Prozent verringert, während der Anteil der Menschen mit Unsicherheitsgefühl 2023 mit 25,0 Prozent über dem Wert von 2002 liegt. In der Schweiz ist die registrierte Kriminalität seit 2009 praktisch unverändert, das Unsicherheitsgefühl aber von 16,1 auf 8,9 Prozent gefallen. Beide Befunde beruhen auf derselben Frage derselben Erhebung — und sie widersprechen der Annahme, dass Furcht einfach der Kriminalität folgt.

Was hier nicht steht: warum das so ist. Die Seiten belegen Zusammenhänge, keine Ursachen. Wer eine Erklärung anbietet, sollte angeben können, welche Beobachtung sie widerlegen würde.